01 Ausgangslage
Der Fahrzeughandel zwischen Händlern folgt anderen Regeln als der Verkauf an Endkunden. Konditionen sind nicht öffentlich, Preise werden netto verhandelt, und der Kreis der Berechtigten ist bewusst begrenzt. Ein offener Shop wäre für diesen Zweck das falsche Werkzeug: Er würde Einkaufspreise gegenüber Endkunden und Wettbewerbern sichtbar machen.
Dazu kommt die Beschaffenheit der Ware. Ein Fahrzeug ist kein Serienartikel mit Lagerbestand, sondern ein Unikat mit Fahrgestellnummer, Laufleistung, Erstzulassung, Ausstattungsliste und einem sehr kurzen Zeitfenster, in dem es verfügbar ist. Standard-Shopsysteme sind auf wiederbeschaffbare Artikel ausgelegt; die Abbildung von Einzelstücken mit dieser Attributtiefe ist in Projekten dieser Art der eigentliche Umsetzungsaufwand.
02 Lösung
Umgesetzt ist der Handelsplatz auf Shopware 6. Der Shop ist vollständig geschlossen: Ohne Anmeldung ist kein Fahrzeug und kein Preis sichtbar. Neue Interessenten durchlaufen eine Registrierungsstrecke, in der Firmendaten und Nachweise zur Händlereigenschaft erfasst werden. Freigeschaltet wird nicht automatisch, sondern nach Prüfung. Erst danach greift die Kundengruppe, an der Sichtbarkeit, Preisdarstellung und Zahlungsarten hängen.
Fahrzeuge sind als Einzelartikel modelliert. Fahrgestellnummer, Erstzulassung, Laufleistung, Getriebe, Antrieb, Farbe und Ausstattungsmerkmale liegen als strukturierte Eigenschaften vor, nicht als Fließtext. Daraus speisen sich Filter und Suche. Preise werden netto ausgewiesen, die im Handel üblichen Fälle wie Differenzbesteuerung sind in der Darstellung berücksichtigt. Verkaufte oder reservierte Fahrzeuge werden aus dem Angebot genommen, statt als Restposten stehenzubleiben.
Die Bestandsdaten kommen über eine Schnittstelle in den Shop. Der Abgleich legt neue Fahrzeuge an, aktualisiert bestehende und deaktiviert ausgelaufene Angebote. Damit bleibt der Shop an derselben Datenquelle wie die übrigen Vertriebskanäle. Betrieb, Updates und Monitoring der Shopware-Installation liegen bei Sharpness auf eigenen Servern in Deutschland.
03 Ergebnis
Der Handel zwischen Händlern läuft über einen kontrollierten Kanal statt über Listen, PDFs und E-Mail-Verteiler. Wer Zugang hat, sieht den aktuellen Bestand mit den Angaben, die für eine Kaufentscheidung im Handel nötig sind. Wer keinen Zugang hat, sieht nichts.
Weil Bestandsführung und Shop an derselben Datenquelle hängen, entsteht keine getrennte Pflege für den B2B-Kanal. Neue Fahrzeuge stehen ohne Zusatzaufwand zur Verfügung, und der Freigabeprozess bleibt der einzige Punkt, an dem bewusst manuell entschieden wird.