Referenz · Handel & Lebensmittel

J. Bünting Beteiligungs AG

Die Bünting-Gruppe aus Leer betreibt ihre Konzernwebsite mit TYPO3. Sharpness hat das bestehende System auf das Barrierefreiheitsniveau des BFSG gehoben — Sprungmarken, Kontrastmodus, Textgrößen und durchgehende Tastaturbedienung inklusive.

buenting.de
Screenshot der Website von J. Bünting Beteiligungs AG
Projekt live ansehen buenting.de
Branche
Handel & Lebensmittel
Stack
TYPO3 · Fluid · Bootstrap · WCAG 2.1 AA · EN 301 549
Jahr
2025
Leistungen

01 Ausgangslage

Die J. Bünting Beteiligungs AG mit Sitz in Leer in Ostfriesland führt ihre Geschichte auf das Jahr 1806 zurück; zur Gruppe gehören unter anderem famila, Combi, das Teehandelshaus J. Bünting und myTime.de, dazu die Kooperation Markant Nordwest mit selbstständigen Einzelhändlern. Die Konzernwebsite buenting.de führt Unternehmensprofil, Gesellschaften, Presse, Karriere und Kontakt zusammen. Als Redaktionssystem läuft im Hintergrund TYPO3, das Frontend basiert auf einem Bootstrap-Template.

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es verpflichtet Angebote, über die Verbraucher Verträge schließen — eine reine Konzern-Informationswebsite fällt nicht zwingend darunter. Bünting hat sich entschieden, den Auftritt trotzdem auf dieses Niveau zu heben. Maßstab ist die EN 301 549, die für Websites auf die WCAG in Konformitätsstufe AA verweist. Die Arbeit fand im laufenden System statt, an Template, Ausgabe und Bedienung — ohne Relaunch und ohne Bruch in Redaktion und Pflege.

02 Lösung

Zuerst eine Bestandsaufnahme entlang der WCAG-Kriterien: Seitentypen durchgehen, Struktur und Überschriftenhierarchie prüfen, Kontrastwerte messen, Formulare und Suche mit der Tastatur bedienen, Ausgabe im Screenreader hören. Aus dem Befund entstand eine Liste, nach Aufwand und Wirkung sortiert. Vieles betraf nicht einzelne Seiten, sondern die Templates dahinter — dort wirkt eine Korrektur auf alle Seiten gleichzeitig.

Der Umbau lief im Fluid-Template und im CSS, nicht per Overlay-Skript. Sprungmarken zu Navigation und Inhalt sitzen als erste fokussierbare Elemente im Quelltext und werden beim Tabben sichtbar. Landmarken wie header, nav und main strukturieren die Seite, Bilder tragen Alternativtexte, Suchfeld und Formularelemente bekamen sprechende Beschriftungen. Kontrast- und Textgrößenschalter liegen als eigene TYPO3-Extension vor und bleiben auf jeder Seite erreichbar.

Geprüft wurde in drei Durchgängen: automatisiert gegen die WCAG-Kriterien, manuell mit Tastatur und Screenreader, und mit Blick auf den Redaktionsalltag. Der letzte Punkt zählt am meisten — barrierefreie Templates helfen wenig, wenn beim nächsten Beitrag Überschriftenebenen übersprungen oder Alternativtexte leer bleiben. Alternativtext und Struktur müssen dort anfallen, wo Inhalte entstehen, nicht in der Nachkorrektur.

03 Ergebnis

Die Website lässt sich vollständig mit der Tastatur bedienen. Zwei Sprungmarken führen direkt zu Navigation und Inhalt, ein Schalter wechselt in eine kontrastreiche Darstellung, ein zweiter vergrößert die Schrift. Beide bleiben beim Scrollen sichtbar. Bilder haben Alternativtexte, Überschriften folgen einer Hierarchie, Suchfeld und Formulare sind beschriftet und damit auch für Screenreader auswertbar.

Die Änderungen liegen im Template, nicht in einzelnen Seiten. Neue Inhalte erben den Stand, ohne dass jemand nacharbeiten muss — das trägt auch über den nächsten Ausbau hinaus. Der Betrieb läuft weiter auf TYPO3, die Redaktion arbeitet in gewohnten Masken. Barrierefreiheit ist damit kein Projektzustand mit Ablaufdatum, sondern eine Eigenschaft des Systems, die bei jeder Veröffentlichung mitkommt.

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