01 Ausgangslage
Ein Nutzfahrzeughändler führt seinen Bestand nicht nur im Web. Ankauf, Aufbereitung, Papiere, Gutachten, Preisfindung und Verkauf hängen an denselben Fahrzeugdaten. Werden diese Daten in Tabellen, Dateiordnern und im CMS parallel gepflegt, driften sie auseinander — und dann steht die Frage im Raum, welche Fassung eines Datensatzes eigentlich gilt.
Standardsoftware passt an dieser Stelle selten. Ein Sattelzug mit Wechselaufbau folgt einer anderen Feldlogik als ein Pkw-Datensatz aus einer Branchenlösung; fehlende Felder enden in Freitextnotizen, die niemand auswerten kann. Dazu kommt die Eigenheit des Gebrauchtmarkts für schwere Nutzfahrzeuge: Er ist ein Exportgeschäft. Interessenten sitzen in Polen, Spanien oder im russischsprachigen Raum. Der Bestand muss mehrsprachig nach außen — ohne dass jemand fünf Fassungen desselben Fahrzeugs pflegt.
02 Lösung
etruck ist eine Eigenentwicklung. Das System hält den Fahrzeugbestand mit allen Attributen, Bildern und Dokumenten an einer Stelle. Jedes Fahrzeug durchläuft einen Status vom Zugang über die Aufbereitung bis zum Verkauf. Das Datenmodell folgt der Nutzfahrzeuglogik — Achskonfiguration, Aufbau, Laufleistung, Erstzulassung, Zustand — und nicht dem kleinsten gemeinsamen Nenner einer Standardlösung.
Die Anwendung läuft auf dem PHP-Stack des Hauses: PHP 8, MariaDB als Datenbank, Redis für Caching und Sessions, Betrieb in Containern auf eigenen Servern in Deutschland. Einen öffentlichen Zugang gibt es nicht — etruck ist ein internes Werkzeug und entsprechend auf Rollen und Rechte im Betrieb ausgelegt.
Zur Website besteht eine Schnittstelle. Freigegebene Fahrzeuge werden mit technischen Daten und Bildern an TYPO3 übergeben, gesperrte oder verkaufte verschwinden dort automatisch wieder. Der Zuschnitt zahlt sich bei der Mehrsprachigkeit aus: Erstzulassung, Laufleistung, Motorisierung und Bildmaterial sind sprachneutral und stehen in allen fünf Sprachfassungen, ohne ein zweites Mal erfasst zu werden. Übersetzt wird nur, was wirklich Text ist. Gepflegt wird ausschließlich im führenden System — die Website ist Ausgabekanal, keine zweite Datenhaltung.
03 Ergebnis
Der Bestand hat eine führende Quelle. Was intern gilt, steht auch außen. Der Abgleich zwischen Verkaufsliste und Website entfällt als eigener Arbeitsschritt, ebenso die Suche nach der aktuellen Version eines Fahrzeugdatensatzes oder eines Dokuments.
Die Reichweite in die Exportmärkte kostet keine zusätzliche Pflege. Ein Fahrzeug wird einmal erfasst und ist in fünf Sprachfassungen sichtbar — der Aufwand steigt mit dem Bestand, nicht mit der Zahl der Sprachen.
Weil Datenmodell, Anwendung und Schnittstelle im selben Haus entstanden sind, lassen sich neue Felder, Auswertungen oder zusätzliche Ausgabekanäle nachziehen, ohne auf den Release-Zyklus eines fremden Herstellers zu warten.