Wofür wir Google Cloud einsetzen
Der häufigste Grund ist schlicht: Das Unternehmen arbeitet bereits mit Google Workspace, die Auswertungen liegen in BigQuery, und eine neue Anwendung soll an diese Daten heran. Der zweite Grund sind einzelne Dienste — Cloud Storage für Medien, Cloud SQL für verwaltete Datenbanken, die Vision- oder Translation-Dienste, wenn eine Anwendung Bilder oder Sprache verarbeiten soll. Der dritte Grund ist eine Konzernvorgabe, die keine Diskussion vorsieht.
In der Praxis bauen wir dort meist Anwendungen, die aus unserer Entwicklung kommen: Symfony- oder Node.js-Dienste in Containern auf Cloud Run, dazu Cloud SQL, Cloud Storage und Pub/Sub für Nachrichten zwischen Systemen. Schnittstellen zu Warenwirtschaft, CRM oder Shop laufen genauso wie anderswo — die Plattform ändert den Ort, nicht die Aufgabe. GKE kommt nur ins Spiel, wenn wirklich viele Dienste zu orchestrieren sind.
Wie wir damit arbeiten
Aufbau als Code, mit Terraform, getrennt nach Projekten für Test und Produktion. Rechte laufen über IAM und Service-Accounts, nicht über persönliche Konten, die beim nächsten Personalwechsel niemand mehr zuordnen kann. Regionen setzen wir auf Europa, in der Regel Frankfurt oder Belgien. Zertifikate, DNS und Domains verwalten wir mit — auch dann, wenn die Anwendung selbst bei Google liegt und das Übrige bei uns.
Kosten behandeln wir als Teil des Betriebs, nicht als Überraschung am Monatsende. Budgets, Alarme und ein regelmäßiger Blick auf die tatsächlich genutzten Ressourcen gehören dazu. Besonders BigQuery lohnt diesen Blick: Im On-Demand-Modell wird nach verarbeiteter Datenmenge abgerechnet, sodass eine unglücklich geschriebene Abfrage schnell teuer wird; in den kapazitätsbasierten Editions zahlt man stattdessen nach Slot-Stunden. Partitionierte Tabellen und begrenzte Abfragen sind hier keine Feinheit, sondern Grundlage. Support und Wartung regeln wir über individuelle SLA-Vereinbarungen.
Grenzen und Alternativen
Cloud als Selbstzweck rechnet sich nicht. Ein TYPO3-Auftritt mit gleichmäßigem Verkehr und ein Shopware-Shop mit vorhersehbaren Spitzen brauchen keine Plattform, die für weltweite Lastverteilung gebaut wurde. Sie brauchen eine passend dimensionierte Umgebung, Backups und jemanden, der die Updates macht. Genau das leisten unsere eigenen Server in Deutschland — planbar in den Kosten und ohne Abhängigkeit von einem Anbieter, dessen Preisliste sich ändern kann.
Wo Google Cloud dagegen schwer zu schlagen ist: bei Auswertungen über sehr große Datenmengen und bei Diensten, die man selbst kaum sinnvoll betreiben kann. Dann ist die Frage nicht ob, sondern wie eng man sich bindet. Wir halten Anwendungslogik deshalb portabel und nutzen plattformeigene Dienste bewusst dort, wo der Nutzen den späteren Umzugsaufwand rechtfertigt. Welcher Weg passt, klären wir vor dem Angebot.