Branche · Industrie & technischer Handel

Industrie und technischer Handel — Shops und Websites für erklärungsbedürftige Sortimente

Industriearmaturen, Bewässerungstechnik, Gummi- und Kunststoffteile, Regalsysteme, Glas nach Maß: In diesen Häusern entscheidet nicht das Produktbild über den Auftrag, sondern ob ein Einkäufer das richtige Bauteil zweifelsfrei wiederfindet und zu seinen Konditionen bestellen kann. Wir bauen die Shops, Websites und Schnittstellen dafür — Neubauten auf Shopware 6, TYPO3 oder WordPress, Konfiguratoren als Eigenentwicklung; bestehende Magento-Installationen betreuen wir weiter, statt sie ohne Grund abzulösen. Sechs Häuser aus Industrie und technischem Handel arbeiten damit im Tagesgeschäft, die Anbindung an fremde Beschaffungssysteme über OCI läuft in einem siebten Projekt.

Was diesen Markt technisch unterscheidet

Die Artikelnummer ist der wichtigste Suchweg

Wer im technischen Handel einkauft, kennt sein Bauteil. Er tippt eine Artikelnummer, eine Kurzbezeichnung oder eine Kombination aus Nennweite und Druckstufe — nicht einen Produktnamen. Eine Suche, die Bindestriche, Leerzeichen und Tippfehler in Artikelnummern nicht verkraftet, ist im Alltag wertlos, auch wenn das Menü aufgeräumt aussieht. Bei M&S Armaturen greift die Suche deshalb auf einen Index zu, der auch Artikelnummern und Kurzbezeichnungen sauber trifft. Im technischen Handel ist die Suche die primäre Navigation, das Menü der Zweitweg. Gegenüber dem Endkundengeschäft dreht sich diese Reihenfolge — und mit ihr die Frage, wo im Projekt die Arbeit steckt.

Merkmale gehören ins Datenmodell, nicht in den Produkttext

Werkstoff, Norm, Nennweite, Druckstufe, Härte, Zulassung: Diese Werte entscheiden, ob ein Teil passt. Stehen sie als Fließtext in der Produktbeschreibung, sind sie für den Menschen lesbar und für den Filter unsichtbar. Bei M&S Armaturen sind Nennweite, Druckstufe und Werkstoff als filterbare Attribute modelliert, obwohl das Sortiment sich zusätzlich in Anschlussform und Dichtung unterscheidet — welche Merkmale in den Filter gehören und welche in die Artikelbeschreibung, ist eine Entscheidung je Sortiment. Bei Manotura bildet das Attributmodell des Magento-Shops die technischen Merkmale ab, die über die Auswahl entscheiden: Nennweiten, Anschlussgewinde, Druckstufen, Durchflussmengen und Regnerreichweiten. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn das Sortiment wächst: Eine saubere Attributstruktur erbt neue Artikelgruppen, eine Textlösung muss jedes Mal neu aufgeräumt werden.

OCI ist eine Auftragsbedingung, keine Zusatzfunktion

Wenn ein Großkunde seinen Einkauf über SAP, Onventis, Ariba oder Coupa führt, ist eine Punch-out-Anbindung oft die Voraussetzung dafür, überhaupt gelistet zu werden. Das steht dann nicht im Lastenheft für den Shop, sondern in der Ausschreibung. Der Einkäufer springt aus seinem Beschaffungssystem in Ihren Shop, stellt den Warenkorb zusammen und überträgt ihn strukturiert zurück; bestellt wird im System des Kunden, mit dessen Freigabeprozessen. Umgesetzt haben wir das im Shopware-Shop von Lijnco (bank-formular.de), wo Einkäufer aus dem Bankenumfeld über ein OCI-Plugin direkt aus ihrem Beschaffungssystem bestellen. Der Aufwand liegt dort weniger im Absprung als in der Rückübertragung und in der Abnahme durch das E-Procurement-Team der Gegenseite. Wer das erst nach der Zusage eines Liefertermins merkt, hat ein Terminproblem.

Nicht jedes Sortiment gehört in einen Warenkorb

Regalsysteme werden über Traglast, Höhe, Lagergut und verfügbare Fläche ausgewählt — das ist ein Beratungsgespräch, kein Checkout. Dichtungen und Formteile werden nach Werkstoff, Maß und Stückzahl angefragt. Glas ist Maßware und hat vor der Konfiguration keinen Preis. In diesen Fällen ist nicht der Warenkorb das Produkt, sondern die Anfragestrecke oder der Konfigurator. Bei FRANKSA fragt die Strecke Werkstoff, Abmessung, Ausführung und Stückzahl ab und ordnet die Anfrage der Produktgruppe zu, statt ein allgemeines Kontaktformular anzubieten. Der Vertrieb bekommt damit Anfragen, mit denen er sofort arbeiten kann.

B2B ist kein D2C mit Login

Der Satz klingt nach Agenturformel, hat aber sehr konkrete Folgen. Im technischen Handel ist der Preis keine Eigenschaft des Artikels, sondern eine Eigenschaft der Geschäftsbeziehung: kundenindividuelle Konditionen, Staffelpreise, Rahmenverträge, Nettodarstellung, Bestellung auf Rechnung. Ein Shop, der einen Listenpreis zeigt, während der Vertrieb einen anderen Preis zugesagt hat, produziert genau das Ergebnis, das ihn überflüssig macht: Der Einkäufer ruft an, klärt den Preis und bestellt danach wieder per E-Mail. Deshalb ist die Preislogik in diesen Projekten kein Konfigurationspunkt am Ende, sondern eine der ersten Fragen im Konzept.

Die zweite Abweichung betrifft die Rollen. Der Besteller ist häufig nicht der Entscheider. Es gibt Zentralen und Niederlassungen unter einem Kundenkonto, mehrere Besteller pro Standort, Budgetgrenzen und Freigabeprozesse, bei denen eine Bestellung erst nach interner Genehmigung rausgeht. Wer diese Kette nicht abbildet, zwingt den Kunden in einen Umweg — und Umwege im Einkauf enden im alten Prozess. Eine Sache gehört dabei vor das Angebot und nicht in die Projektmitte: Kundengruppen, kundenindividuelle Preise und Staffeln bringt Shopware 6 im offenen Kern mit, Kundenhierarchien mit Zentrale und Niederlassungen, Bestellfreigaben und Budgets liefert Shopware als B2B Components in den kostenpflichtigen Plänen oder wir bauen sie als eigenes Plugin. Welcher Weg günstiger ist, rechnen wir vorher durch.

Und drittens ist der Einstieg ein anderer. Der Einkäufer sucht nicht Inspiration, er sucht Wiederbeschaffung. Er hat das Teil vor drei Monaten schon einmal bestellt und will es ohne Suchvorgang nachordern. Bestellhistorie, Nachbestellung aus einem alten Auftrag, Merklisten für wiederkehrende Positionen: Das sind im B2B keine Komfortfunktionen, sondern der eigentliche Nutzwert. Bei M&S Armaturen ist genau diese Verschiebung das Projektziel gewesen — wiederkehrende Beschaffungsvorgänge laufen über den Shop, Anfragen mit Auslegungsbedarf gehen weiter an den Vertrieb.

Merkmale, nach denen wirklich gesucht wird

Ein Filter, der Werkstoff, Nennweite und Druckstufe nicht kann, ist im technischen Handel kein Filter. Die Merkmale müssen als eigene Attribute im Datenmodell liegen, mit definierten Werten und Einheiten, nicht als Satz im Beschreibungstext. Das klingt selbstverständlich und ist es nicht: Datenübernahmen aus Altsystemen liefern diese Werte regelmäßig als Textblock, weil sie dort nie anders gebraucht wurden. Die Modellierung dieser Attribute ist in Projekten dieser Art ein eigener Arbeitsschritt und häufig der, der über die Qualität des Ergebnisses entscheidet — nicht das Frontend-Design.

Dazu kommt die Suche. Sie muss Artikelnummern mit Sonderzeichen treffen, Kurzbezeichnungen kennen und mit unvollständigen Eingaben umgehen. Im Magento-Shop von Manotura läuft die Produktsuche deshalb über Elasticsearch und nicht über die Datenbankabfrage. Bei M&S Armaturen greift die Suche ebenfalls auf einen Index zu, der Artikelnummern und Kurzbezeichnungen mit einbezieht. Der Unterschied ist im Betrieb messbar an einer einfachen Größe: Wie oft endet eine Suche ohne Treffer, obwohl der Artikel im Katalog liegt.

Zum Datenmodell gehören die Dokumente. Datenblätter, Maßzeichnungen, Werkstoffangaben, Normen und Zulassungen sind Teil des Artikels, nicht Inhalt eines Ablageordners neben dem Katalog. Wer eine Zulassung sucht, sucht sie zu einem Bauteil. Und er kommt dabei selten über die Startseite: Der industrielle Einkauf steigt über die Suchmaschine direkt auf der Produkt- oder Werkstoffseite ein. Bei FRANKSA ist der Auftritt genau darauf ausgelegt — einzeln adressierbare Produkt- und Werkstoffseiten mit flacher Klickstruktur, statt eines Sortiments, das sich hinter einer Ebene aus Oberbegriffen versteckt. Wie eng Dokument und Artikel verbunden sein müssen, hängt vom Fall ab: Im Shop-Katalog gehört das Datenblatt an den Artikeldatensatz; auf einer Website wie der von Manotura sind Downloadbereiche an der Produktgruppe die pragmatischere Form, weil dort die Redaktion pflegt und nicht die Schnittstelle.

Das ERP führt, der Shop folgt

Bestand, Preise und Kundenkonditionen liegen in der Warenwirtschaft. Der Shop ist Anzeige- und Bestellkanal, nicht Datenherr. Diese Rollenverteilung klingt banal, wird aber häufig verletzt — meist weil in der Anfangsphase eine Preisliste schneller im Shop gepflegt ist als im ERP. Danach existieren zwei Wahrheiten, und die Differenz zwischen ihnen erzeugt Nacharbeit im Vertrieb. Bei M&S Armaturen und bei Manotura läuft es deshalb in beide Richtungen definiert: Artikelstamm, Preise und Verfügbarkeiten kommen aus dem führenden System in den Shop, Bestellungen den umgekehrten Weg strukturiert zurück, statt als E-Mail im Postfach zu landen.

Die Qualität dieser Anbindung entscheidet sich nicht am Datenformat, sondern am Verhalten im Fehlerfall. Ein Abgleich bricht irgendwann ab — wegen eines Netzausfalls, eines gesperrten Datensatzes, eines Feldes, das im ERP plötzlich leer ist. Die Übertragungen sind bei uns deshalb als wiederholbare Jobs mit Protokoll je Lauf und Wiederholungslogik gebaut, sodass ein abgebrochener Abgleich ohne Datenschaden erneut startet und ein einzelner Fehlschlag nicht die ganze Synchronisation blockiert. Wie das im Detail aussieht, steht auf der Seite zur Schnittstellen- und API-Entwicklung.

Umgekehrt gilt: Nicht alles gehört ins ERP. Marketingtexte, Bilder in mehreren Auflösungen, Übersetzungen, Zubehör- und Alternativverweise sind dort meist fehl am Platz. Dafür ist entweder ein PIM zuständig oder der Shop selbst. Diese Grenze früh zu ziehen ist billiger, als sie später zu korrigieren — sonst wird die Warenwirtschaft zum Redaktionssystem, und jede Textänderung braucht einen ERP-Zugang. Wo die Grenze verläuft, hängt vom Haus ab und ist eine Frage, die vor dem Angebot geklärt wird, nicht danach.

Wenn der Einkauf des Kunden das Bestellsystem vorgibt

OCI steht für Open Catalog Interface, einen von SAP etablierten Standard für die elektronische Beschaffung. Systeme wie Ariba oder Coupa arbeiten stattdessen mit cXML PunchOut — technisch anders, im Prinzip dasselbe. Der Ablauf ist in beiden Fällen: Absprung aus dem Beschaffungssystem in Ihren Shop, Zusammenstellung des Warenkorbs mit den Konditionen des Kunden, strukturierte Rückübertragung. Der Vorteil gegenüber einer statischen Katalogdatei ist, dass Preise und Sortiment an einer Stelle gepflegt werden: in Ihrem Shop. Kein Katalogexport, kein Versionsstand, der beim Kunden veraltet.

Wie das konkret aussieht, zeigt der Shopware-Shop von Lijnco für Formular- und Drucklösungen im Bankenumfeld. Der Einkäufer startet in seinem Beschaffungssystem, wird per Punch-out mit den übergebenen Zugangsdaten am Shop angemeldet und sieht sein freigeschaltetes Sortiment zu den für ihn gültigen Preisen. Der fertige Warenkorb löst keine Bestellung aus, sondern geht im OCI-Feldformat an die Hook-URL des Beschaffungssystems zurück — mit Artikelnummer, Beschreibung, Menge, Preis und Einheit. Unterstützt wird dort der Punch-out-Standard OCI 4.0. Jede Anbindung wird gegen das jeweilige Kundensystem getestet, weil sich Feldbelegungen, Zeichensätze und Rückgabeverfahren in der Praxis unterscheiden.

Die eigentliche Arbeit steckt also in der Rückübertragung und in der Abstimmung. Jedes Beschaffungssystem erwartet den Warenkorb in einer bestimmten Struktur — Materialnummern, Warengruppen, Mengeneinheiten, teils Klassifikationen wie eCl@ss. Fertig ist die Anbindung erst, wenn das E-Procurement-Team Ihres Kunden sie abgenommen hat. Für die Praxis heißt das zwei Dinge: Ein bestehender Shop wird punch-out-fähig gemacht, es braucht keinen zweiten Shop für den Einkauf. Und ein Shop kann viele Großkunden bedienen — bei sauberer Umsetzung ist der zweite Kunde Konfiguration, nicht ein neues Projekt. Details dazu auf der Leistungsseite zu OCI und Punch-out.

Shop, Website und Anfragestrecke sind drei Aufgaben

Viele Häuser in dieser Branche betreiben Shop und Unternehmenswebsite getrennt, und das ist meist eine richtige Entscheidung, keine gewachsene Unordnung. M&S Armaturen fährt einen B2B-Shop auf Shopware 6 und die Unternehmenswebsite auf TYPO3. Manotura betreibt den Magento-Shop und den Fachhandelsauftritt auf TYPO3 als zwei Systeme. Die Gründe sind praktisch: unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Pflegerhythmen, unterschiedliche Releasezyklen. Ein Shopware-Update soll die Karriereseite nicht anfassen, und eine Redaktion, die Nachhaltigkeits- und Karriereinhalte pflegt, muss dafür nicht in einem Shop-Backend arbeiten. Redaktionell verweisen die beiden Auftritte aufeinander, technisch bleiben sie entkoppelt.

Wo gar kein Warenkorb sinnvoll ist, verlagert sich das Projekt auf die Erschließung des Sortiments und die Anfrage. Bei Wehry Regale — WordPress mit eigenem Theme statt Baukasten — hängt die Auswahl an Traglast, Höhe, Lagergut und Fläche; wer sucht, weiß meist, was er lagern will, aber nicht, wie die passende Bauart heißt. Die Aufgabe der Seite ist dann, Varianten verständlich zu sortieren und den Weg zur Anfrage kurz zu halten. Bei Littwin Systemtechnik, ebenfalls WordPress mit schlankem Theme statt Plugin-Stapel, geht es darum, Leistungsspektrum und Referenzen mit technischer Tiefe zu erklären, weil Anfragen erst entstehen, wenn ein Interessent erkennt, dass jemand seine Branche kennt.

Zwischen Katalog und Anfrage liegt die Maßware. Bei Max Glas entsteht der Preis erst, wenn Maße, Glasart, Stärke, Kantenbearbeitung und Beschläge festgelegt sind — vorher gibt es bestenfalls eine Spanne. Der Konfigurator ist dort eine Eigenentwicklung und übernimmt die Aufgabe, die im Ladengeschäft das Beratungsgespräch hätte: führen, zulässige Kombinationen begrenzen, unmögliche Eingaben abfangen. Die Regel- und Preisberechnung läuft serverseitig, damit die Kalkulation nicht im Browser manipulierbar ist, und die Versandlogik unterscheidet Paket von Spedition, weil eine großformatige Scheibe kein Paket ist. Fehler, die erst in der Fertigung auffallen, sind bei geschnittenem Glas nicht korrigierbar.

Was für alle drei Fälle gilt: Welcher davon zu Ihnen passt, sagen wir vor dem Angebot. Wenn ein Shop in Ihrem Fall den Aufwand nicht rechtfertigt — weil das Sortiment zu beratungsintensiv ist oder die Datenlage im ERP dafür noch nicht trägt — sagen wir das und schlagen den kleineren Schritt vor.

9 Projekte in dieser Branche

7 Kunden. Was hier steht, trägt täglich Umsatz, Anfragen oder Prozesse.

Ein Auszug — nicht die vollständige Kundenliste.

Häufige Fragen

Warum ist ein B2B-Shop aufwendiger als ein Shop für Endkunden?

Nicht wegen der Artikelzahl, sondern wegen der Logik dahinter. Im B2B ist der Preis eine Eigenschaft der Kundenbeziehung: individuelle Konditionen, Staffelpreise, Rahmenverträge, netto, Kauf auf Rechnung. Dazu kommen Kundenhierarchien mit Zentrale und Niederlassungen, mehrere Besteller pro Konto, Budgetgrenzen und Freigabeprozesse. Und die Daten dafür liegen im ERP, nicht im Shop. Die Menge ist dabei der kleinere Faktor: Im Katalog von M&S Armaturen liegen über 10.000 Artikel- und Variantenkombinationen, bei Manotura über 12.000 synchronisierte Artikel — die Arbeit steckt trotzdem in Preislogik, Attributmodell und Schnittstelle.

Muss die Suche unsere Artikelnummern finden können?

Ja, und das ist im technischen Handel die wichtigste einzelne Anforderung an das Frontend. Einkäufer suchen mit Artikelnummern, Kurzbezeichnungen oder Merkmalskombinationen wie Nennweite und Druckstufe. Die Suche muss dabei Bindestriche, Leerzeichen und verkürzte Eingaben verkraften. Wir setzen das über einen Suchindex um statt über eine Datenbankabfrage — bei M&S Armaturen über einen Index, der Artikelnummern und Kurzbezeichnungen einbezieht, im Magento-Shop von Manotura über Elasticsearch. Prüfbar ist das an einer einfachen Größe im Betrieb: wie oft eine Suche ohne Treffer endet, obwohl der Artikel im Katalog liegt.

Shopware oder Magento für den technischen Handel?

Bei einem Neubau ist Shopware 6 unser Hauptsystem. Es baut auf Symfony auf, ist im deutschsprachigen B2B verbreitet und bringt mit Kundengruppen, kundenindividuellen Preisen, Staffeln und Rule Builder einen Teil der Preislogik im offenen Kern mit; das ist die Grundlage im Shop von M&S Armaturen. Magento betreuen wir dort, wo es historisch läuft und trägt — etwa im Shop von Manotura. Wir empfehlen dann keine Migration, nur weil ein anderes System moderner klingt: Ein stabiler, gepflegter Magento-Shop mit viel Sonderlogik ist kein Grund für ein Neubauprojekt. Sobald Betriebsaufwand und Nutzen auseinanderlaufen, sagen wir das und rechnen den Wechsel vor der Beauftragung durch.

Brauchen wir ein PIM oder reicht das ERP?

Das hängt daran, wie viele Kanäle Sie bedienen und wie viel Pflege an den Artikeldaten hängt. Bestand, Preise und Kundenkonditionen gehören ins ERP — dort werden sie geführt. Beschreibungstexte, Bilder in mehreren Auflösungen, Übersetzungen, Zubehör- und Alternativverweise gehören dort meist nicht hin. Bei einem Shop und überschaubaren Textmengen kann der Shop diese Rolle mit übernehmen. Wenn Shop, Website, Katalog und Punch-out-Zugänge dieselben Daten brauchen, spricht viel für ein PIM — ob es sich rechnet, hängt an der Zahl der Kanäle und am Pflegeaufwand und ist eine Rechnung, die wir vor dem Angebot aufmachen, nicht im laufenden Projekt.

Unser Großkunde fordert eine OCI-Anbindung. Was heißt das für uns?

Ihr Kunde will nicht mehr in Ihrem Shop bestellen, sondern aus seinem Beschaffungssystem heraus. Sie brauchen dafür weder einen zweiten Shop noch eine Katalogdatei — Ihr bestehender Shop wird punch-out-fähig gemacht. Der Einkäufer springt aus SAP, Onventis, Ariba oder Coupa in Ihren Shop, sieht seine Konditionen und überträgt den Warenkorb strukturiert zurück; bestellt wird im System des Kunden. Umgesetzt ist das bei Lijnco, wo der Warenkorb im OCI-Feldformat an die Hook-URL des Beschaffungssystems zurückgeht. Die Feldspezifikation klären wir direkt mit der IT Ihres Kunden und fahren Testtransfers bis zur Abnahme. Rufen Sie an, bevor Sie einen Termin zusagen: Die Abnahme auf Kundenseite bestimmt den Zeitplan, nicht die Entwicklung.

Können wir Shop und Website in einem System betreiben?

Technisch ja, sinnvoll ist es oft nicht. Bei M&S Armaturen läuft der B2B-Shop auf Shopware 6 und die Unternehmenswebsite auf TYPO3, bei Manotura der Shop auf Magento und der Fachhandelsauftritt auf TYPO3. Die Trennung hat praktische Gründe: unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Pflegerhythmen, unterschiedliche Releasezyklen. Ein Shop-Update soll die Karriereseite nicht berühren, und eine Redaktion, die Unternehmensinhalte pflegt, muss dafür nicht im Shop-Backend arbeiten. Redaktionell verweisen beide Auftritte aufeinander. Wo ein System reicht — kleines Sortiment, kleine Redaktion — empfehlen wir auch das.

Wie kommen Preise und Bestände in den Shop?

Über eine Schnittstelle zum führenden System, in der Regel der Warenwirtschaft. Artikelstamm, Preise und Verfügbarkeiten laufen von dort in den Shop, Bestellungen strukturiert zurück. Wichtiger als das Format ist das Verhalten im Fehlerfall: Wir bauen die Übertragungen als wiederholbare Jobs, die jeden Lauf protokollieren und eine Wiederholungslogik haben, damit ein abgebrochener Abgleich ohne Datenschaden erneut startet und ein einzelner Fehlschlag nicht die gesamte Synchronisation blockiert. Wie oft abgeglichen wird, hängt am Geschäft — bei schnell drehenden Beständen häufiger als bei stabilen Katalogen.

Wir verkaufen über Anfrage und Beratung, nicht über den Warenkorb. Lohnt sich eine Website trotzdem?

In der Regel mehr als ein Shop. Wenn die Auswahl an Traglast, Werkstoff oder Auslegung hängt, ist die Aufgabe der Seite, das Sortiment verständlich zu ordnen und die Anfrage zu qualifizieren. Bei FRANKSA fragt die Anfragestrecke Werkstoff, Abmessung, Ausführung und Stückzahl ab und ordnet die Anfrage der Produktgruppe zu, statt ein allgemeines Kontaktformular anzubieten. Der Vertrieb spart damit die Kette aus Rückfragen, die vor jedem Angebot steht. Bei Wehry Regale ordnet die Seite Regaltypen und Anwendungsbereiche als eigene Inhaltsstruktur, weil Interessenten wissen, was sie lagern wollen, aber nicht, wie die Bauart heißt.

Können Sie Konfiguratoren für Maßware umsetzen?

Ja. Bei Max Glas werden Glasduschen, Glastüren und Küchenrückwände über Maße, Glasart, Stärke, Kantenbearbeitung und Beschläge konfiguriert; der Preis entsteht aus diesen Parametern und nicht aus einem hinterlegten Festpreis. Minimal- und Maximalmaße sowie unzulässige Kombinationen werden bei der Eingabe geprüft. Die Berechnung läuft serverseitig, damit die Kalkulation nicht im Browser manipulierbar ist, und die Versandlogik unterscheidet Paket von Spedition. Der entscheidende Punkt bei Maßware: Ein Fehler, der erst in der Fertigung auffällt, ist bei geschnittenem Material nicht mehr korrigierbar.

Was passiert mit unseren Datenblättern, Normen und Zulassungen?

Die gehören an den Artikel, nicht in eine Ablage neben dem Katalog. Wer eine Zulassung oder eine Maßzeichnung sucht, sucht sie zu einem konkreten Bauteil, und er kommt dabei häufig über die Suchmaschine direkt auf die Produktseite, nicht über die Startseite. Im Shop modellieren wir Dokumente deshalb als Teil des Artikeldatensatzes und liefern sie auf der Detailseite aus. Bei reinen Websites reicht oft die kleinere Form: Bei Manotura sind Downloadbereiche für Datenblätter ein festes Inhaltselement an der Produktgruppe, weil dort die Redaktion pflegt. Wenn Datenblätter im ERP oder in einem Dateiablagesystem liegen, wird ihre Übernahme Teil der Schnittstelle — nicht ein wiederkehrender Handgriff.

Wir haben schon einen Shop, gebaut von einem anderen Dienstleister. Übernehmen Sie den?

Ja, das ist der häufigere Fall. Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme: Versionsstände, Eigenentwicklungen, Plugin- und Extension-Bestand, Eingriffe in den Core, wie die Schnittstellen zum ERP gebaut sind und was davon dokumentiert ist. Daraus entsteht eine Einschätzung, ob Weiterentwicklung, Update oder Neubau der günstigere Weg ist. Diese Einschätzung bekommen Sie, bevor Sie beauftragen. Wenn das bestehende System trägt und nur Pflege braucht, sagen wir das auch — ein Relaunch, der sich nicht rechnet, ist für beide Seiten ein schlechtes Projekt.

Was kostet ein B2B-Shop für ein technisches Sortiment?

Das hängt an drei Dingen: an der Datenlage im führenden System, an der Zahl unterschiedlicher Preis- und Freigabelogiken und daran, wie viele Merkmale sauber modelliert werden müssen. Ein großer Katalog mit einem einheitlichen Preismodell kann günstiger sein als ein kleiner mit kundenindividuellen Staffeln und mehreren Punch-out-Anbindungen. Nach einem Erstgespräch und einem Blick in Ihre Artikeldaten erhalten Sie eine Schätzung mit klar abgegrenzten Positionen. Pauschalen nennen wir nicht — hinter ihnen verstecken sich in dieser Branche zuverlässig die Nachträge.

Wie schnell reagieren Sie, wenn der Shop im Tagesgeschäft steht?

Mit Service-Level-Vereinbarung nach der gebuchten Stufe: BASIC 24 Stunden, STANDARD 8 Stunden, ADVANCED 4 Stunden, PREMIUM 2 Stunden Reaktionszeit, abgerechnet als Monatspauschale netto je Projekt. Für Shops mit laufendem Bestellvolumen und angebundenen Systemen ist ADVANCED üblicherweise die passende Stufe. Ohne Vereinbarung bearbeiten wir in Eingangsreihenfolge innerhalb von 48 Stunden zu den Geschäftszeiten Montag bis Freitag, 9:00 bis 16:00 Uhr. Betrieb und Entwicklung liegen bei uns im selben Team — wer den Fehler sucht, kennt den Code.

Zeigen Sie uns Ihre Artikeldaten, nicht Ihr Wunschdesign.

Ein Blick in Artikelstamm, Preislogik und ERP-Anbindung sagt mehr über den Aufwand als jedes Lastenheft. Rufen Sie an — Mo–Fr 9:00–16:00 Uhr, 0441 21 21 63 0. Wenn ein Shop in Ihrem Fall den Aufwand nicht rechtfertigt, sagen wir das im ersten Gespräch.

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