Branche · Handel & Lebensmittel

Handel und Lebensmittel: viele Marken, viele Standorte, eine Struktur

Im Handel beauftragt selten jemand eine Website. Beauftragt wird eine Struktur, in der Gesellschaften, Marken, Standorte, Meldungen und Stellenanzeigen genau einmal existieren und über Konfiguration an vielen Stellen ausgespielt werden. Wir kennen diesen Markt aus zwei Projekten mit unterschiedlichem Zuschnitt: dem TYPO3-Konzernauftritt einer Handelsgruppe, deren Geschichte bis 1806 zurückreicht — dort haben wir den barrierefreien Umbau im laufenden System übernommen, nicht die Struktur gebaut — und einem geschlossenen B2B-Shop im Pflanzenhandel, in dem die Pflanzsaison den Terminplan schreibt. Diese Seite beschreibt nicht, was wir technisch können; das steht auf den Leistungsseiten. Sie beschreibt, woran man merkt, dass jemand die Branche schon einmal von innen gesehen hat.

Was diesen Markt technisch unterscheidet

Pflichtangaben müssen mit dem Artikel reisen

Wer vorverpackte Lebensmittel im Fernabsatz anbietet, muss die verpflichtenden Angaben nach Artikel 14 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung, der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, bereits vor Abschluss des Kaufvertrags verfügbar halten: unter anderem Bezeichnung des Lebensmittels, Zutatenverzeichnis, Allergene, Nährwertdeklaration, Nettofüllmenge und das verantwortliche Unternehmen. Ausgenommen ist allein das Mindesthaltbarkeits- beziehungsweise Verbrauchsdatum; es muss erst bei der Lieferung vorliegen, dann aber vollständig. Werden die Angaben nicht am Angebot selbst gemacht, sondern über andere geeignete Mittel bereitgestellt, dürfen dafür keine Zusatzkosten anfallen. Dazu kommt der Grundpreis nach der Preisangabenverordnung, je Mengeneinheit — bei Lebensmitteln in der Regel je Kilogramm oder Liter, bei Nennfüllmengen unter 250 Gramm oder Millilitern auch je 100 Gramm oder Milliliter. Technisch heißt das: Diese Felder müssen aus der Quelle in den Shop wandern und nicht redaktionell nachgetippt werden, sonst stimmen sie nach dem dritten Sortimentswechsel nicht mehr. Was im Einzelfall gilt, bewertet verbindlich eine Anwältin oder ein Anwalt; wir bauen die Pflichtfelder und die Importregeln.

Produktdaten entstehen außerhalb des Hauses

Ein Händler produziert keine Artikeldaten, er bekommt sie. Von Lieferanten, in unterschiedlichen Formaten und mit unterschiedlicher Sorgfalt: hier ein CSV-Export, dort ein Katalog in einem Branchenformat, hier eine GTIN, dort keine, hier ein Datenblatt als PDF, dort ein Bild in 400 Pixel Breite. Die Arbeit liegt deshalb nicht im Shop, sondern im Import — normalisieren, Pflichtfelder erzwingen, Lücken sichtbar machen statt sie still mit Platzhaltern zu füllen. Ein Sortiment mit unvollständigen Artikeln ist beherrschbar, solange jederzeit abrufbar ist, welche Artikel es sind und welches Feld fehlt. Unbeherrschbar wird es in dem Moment, in dem der Import Lücken selbst auffüllt und niemand mehr unterscheiden kann, was gepflegt ist und was geraten wurde.

Preise sind im B2B nicht öffentlich

Im Handel zwischen Unternehmen gehören Konditionen nicht ins offene Netz. Bei Diderk Heinje liegt der Shop deshalb vollständig hinter einer Registrierung, die geprüft und freigegeben wird; erst danach werden Sortiment und Preise überhaupt sichtbar, und Kundengruppen in Shopware steuern, welche Konditionen ein freigeschaltetes Konto sieht. Das ist keine Gestaltungsfrage, sondern eine Betriebsbedingung — sie entscheidet, wie Registrierung, Freigabe und Preisfindung zusammengebaut werden müssen, und sie entscheidet nebenbei, ob das Angebot überhaupt in den Anwendungsbereich der Verbraucherschutzvorschriften fällt.

Die Lastspitze steht im Kalender

In vielen Branchen kommt die Spitze überraschend. Im Pflanzenhandel nicht: Gepflanzt wird im Herbst und im Frühjahr, wurzelnackte Ware wird gerodet und versandt, solange die Pflanzen ohne Laub sind, und dazwischen liegen ruhige Monate. Der Kalender ist bekannt, bevor das Jahr anfängt. Das ist ein Vorteil, wenn man ihn nutzt: Änderungen und Updates gehören zwischen die Zeitfenster, Lasttests davor, nicht hinein. Wer während der Pflanzsaison am Sortimentsimport schraubt, tut es unter Umsatz. Planbare Spitzen sind kein technisches Problem, sondern ein Terminproblem — und Terminprobleme löst man im Projektplan, nicht in der Infrastruktur.

Ein Handelsunternehmen ist selten ein Unternehmen

Die J. Bünting Beteiligungs AG mit Sitz in Leer in Ostfriesland führt ihre Geschichte auf das Jahr 1806 zurück. Unter dem Dach der Gruppe liegen unter anderem die Lebensmittelmärkte famila und Combi, das Teehandelshaus J. Bünting, der Lebensmittel-Onlinehandel myTime.de und die Kooperation Markant Nordwest mit selbstständigen Einzelhändlern. Jede dieser Einheiten hat eigene Kunden, eigene Sortimente und eigene Sprache. Die Konzernwebsite muss das zusammenführen, ohne es einzuebnen — Unternehmensprofil, Gesellschaften, Presse, Karriere und Kontakt an einer Stelle, aber erkennbar getrennt.

Technisch ist das kein Designproblem, sondern ein Strukturproblem. Ein Gesellschaftsprofil, eine Pressemitteilung, ein Ansprechpartner, eine Stellenanzeige: Jedes dieser Objekte existiert im Idealfall genau einmal und erscheint über Konfiguration an mehreren Stellen — in der Konzernübersicht, in der Rubrik der jeweiligen Gesellschaft, in der Presseliste, in der Suche, in der internen Verlinkung. Wer stattdessen Seiten kopiert, hat beim ersten Wechsel in einer Geschäftsführung fünf Fundstellen zu pflegen und findet vier davon nicht mehr. Die Redaktion bleibt dabei verteilt, das ist im Handel normal; nur der Objektbestand darf es nicht sein.

Deshalb lautet die erste Frage in einem Handelsprojekt nicht, wie es aussehen soll, sondern welche Objekte es gibt und wer sie pflegt. Standort, Gesellschaft, Marke, Person, Meldung, Stelle — daraus entsteht das Datenmodell im Redaktionssystem, und daraus ergibt sich, welche Rechte welche Redaktion braucht. Bei Bünting läuft der Auftritt in TYPO3, und TYPO3 ist genau darauf ausgelegt: mehrere Auftritte und Sprachen in einer Instanz, Rechte entlang der Organisation, strukturierte Felder statt eines großen Textkastens. Unser Auftrag dort war allerdings der barrierefreie Umbau im laufenden System, nicht der Neubau der Struktur — das sagen wir dazu, weil es sonst nach mehr klingt, als es war. Eine Mehrstandort-Struktur dieser Art haben wir außerhalb der Lebensmittelbranche gebaut: Für das Autohaus Brüggemann führt ein TYPO3-Auftritt sechs Standorte und acht Vertragsmarken zusammen, jeder Standort mit eigenen Ansprechpartnern, Öffnungszeiten und Serviceinhalten, während die redaktionellen Bausteine nur einmal existieren und die Rechtestruktur abbildet, wer welchen Bereich bearbeiten darf. Die Systemargumente stehen auf unserer Seite zu Unternehmenswebsites. Hier zählt nur die Reihenfolge: Struktur vor Layout.

Standorte, Öffnungszeiten und der 24. Dezember

Handel bedeutet Filialen, und Filialen bedeuten Öffnungszeiten. Das klingt nach einer Kleinigkeit, bis die Ausnahmen kommen: Am 24. Dezember begrenzt das Landesrecht die Öffnungszeit, und zwar je Bundesland unterschiedlich. Der Reformationstag ist in Niedersachsen und Bremen gesetzlicher Feiertag, in Nordrhein-Westfalen nicht — eine Gruppe mit Märkten in beiden Ländern pflegt für denselben Tag zwei Wahrheiten. Dazu kommen Inventurschluss an einem Werktag, ein Brückentag mit verkürzter Besetzung und die Bäckerei im Vorkassenbereich mit eigenem Rhythmus. Liegen diese Angaben in Freitextfeldern, sind sie im dritten Jahr falsch. Liegen sie strukturiert vor — Regelzeiten plus datierte Ausnahmen —, kann eine Filialleitung sie selbst pflegen, und die Ausgabe stimmt an allen Stellen gleichzeitig.

Am Standort hängt mehr als die Uhrzeit: Adresse, Anfahrt, Services, Ansprechpartner, offene Stellen. Die Karriererubrik ist in einer Handelsgruppe mit vielen Filialen kein Anhang, sondern ein eigener Einstieg, weil Bewerber standortnah suchen und eine Liste ohne Standortbezug für sie unbrauchbar ist. Eine Stellenanzeige, die weiß, zu welchem Standort sie gehört, erscheint auf der Standortseite, in der Gesamtübersicht und im Bewerbungsformular, ohne dreimal erfasst zu werden. Wie stark diese Rubrik tatsächlich genutzt wird, sagt die Auswertung Ihres Auftritts — wir behaupten das nicht als Branchenregel.

Für Suchmaschinen und KI-Assistenten ergibt sich derselbe Vorteil aus anderer Richtung. Wo Standort, Öffnungszeit und Angebot als Daten vorliegen, lassen sie sich strukturiert auszeichnen und werden zitierfähig. Wo sie in einem Absatz stehen, muss ein Modell interpretieren. Diesen Teil rechnen wir nicht getrennt ab, weil er anfällt, wenn die Struktur ohnehin gebaut wird. Was darüber hinausgeht — Crawler-Zugriff, Textstruktur, llms.txt, systematische Auszeichnung über den ganzen Seitenbestand —, ist ein eigenes Vorhaben mit eigenem Aufwand und steht auf unserer Seite zu Answer Engine Optimization.

Barrierefreiheit ist hier eine Reichweitenfrage

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die sich an Verbraucher richten — also dort, wo online ein Vertrag zustande kommt. Eine reine Konzern-Informationswebsite fällt nicht zwingend darunter, ein reiner B2B-Shop grundsätzlich nicht, und für Dienstleistungen greift zusätzlich eine Ausnahme für Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Bünting hat den Auftritt trotzdem auf dieses Niveau gehoben. Das war eine Entscheidung, keine Pflicht, und wir sagen es so, weil die Gegenrichtung — Sie müssen — im Handel schnell unglaubwürdig wird. Wer eine Verpflichtung behauptet, die es nicht gibt, verspielt das Argument, das trägt.

Maßstab ist die europäische Norm EN 301 549; sie beschreibt den anerkannten Stand der Technik, rechtlich verbindlich sind BFSG und BFSGV. Die derzeit im EU-Amtsblatt zitierte Fassung verweist für Webinhalte auf die WCAG in Version 2.1, Konformitätsstufe AA — dagegen wurde bei Bünting gearbeitet und geprüft. In neuen Prüfungen legen wir bereits WCAG 2.2 AA an, weil die zusätzlichen Kriterien überschaubar sind und eine zweite Runde ersparen. Die Arbeit fand im laufenden TYPO3-System statt, ohne Relaunch, im Fluid-Template und im CSS statt per Overlay-Skript: Sprungmarken zu Navigation und Inhalt als erste fokussierbare Elemente im Quelltext, Landmarken für Kopf, Navigation und Hauptbereich, beschriftete Formular- und Suchfelder, Alternativtexte, eine Überschriftenhierarchie, die der Struktur folgt und nicht dem Layout. Kontrast- und Textgrößenschalter liegen als eigene TYPO3-Extension vor und bleiben auf jeder Seite erreichbar. Geprüft wurde in drei Durchgängen: automatisiert, manuell mit Tastatur und Screenreader, und mit Blick auf den Redaktionsalltag.

Der letzte Durchgang ist im Handel der entscheidende. Barrierefreie Templates helfen wenig, wenn beim nächsten Wochenangebot Überschriftenebenen übersprungen werden oder Alternativtexte leer bleiben. Weil die Korrekturen im Template sitzen und nicht in einzelnen Seiten, erben neue Inhalte den Stand. Und in einer Handelsgruppe liegen die Fälle nebeneinander: der informierende Konzernauftritt, der B2C-Shop, in dem eine Privatperson kauft, und der geschlossene B2B-Bereich, der nach der Abgrenzung oben nicht erfasst ist. Die Pflicht hängt am einzelnen Angebot, nicht am Konzern; die verbindliche Bewertung gehört zur Rechtsberatung. Was für die Reichweite spricht, gilt unabhängig davon — Lebensmittelhandel bedient praktisch jede Altersgruppe, und Kontrast, Textgröße und Tastaturbedienung helfen mehr Menschen als die, an die der Gesetzgeber zuerst gedacht hat. Details zum Prüfverfahren stehen auf unserer Seite zur Barrierefreiheit.

Saison ist planbar — genau das ist der Punkt

Für Diderk Heinje Pflanzenhandel verantworten wir Registrierung, Katalog und Schnittstellen eines geschlossenen Shopware-Shops im B2B. Baumschulware ist kein statisches Sortiment: Verfügbarkeiten hängen an Saison, Rodung und Witterung, und dieselbe Pflanze existiert in mehreren Qualitäten und Sortierungen — Höhe, Stammumfang, Container oder Ballen. Ein Katalog, der das nicht abbildet, produziert bei jeder zweiten Bestellung eine Rückfrage. Über 5.000 Pflanzenartikel und Sortierungen liegen im Katalog, strukturiert nach botanischer Systematik, und die Suche findet botanische wie deutsche Bezeichnungen, damit eine Bestellung nicht an einer Schreibweise scheitert.

Bestände und Preise kommen nicht aus dem Shop, sondern aus dem führenden System. Die Abgleiche laufen als geplante Jobs, täglich, weil sich der Bestand innerhalb einer Saison deutlich verschiebt — nicht als Liste im Mailanhang, die jemand am Freitag einpflegt. Das ist der Unterschied zwischen einem Shop, der die Realität im Betrieb abbildet, und einem Shop, der sie mit einigen Tagen Verzug behauptet.

Für den Betrieb folgt daraus eine schlichte Regel: Änderungen gehören zwischen die Zeitfenster. Sortimentsimporte, Shopware-Updates, Umbauten an der Suche — alles davon ist im Sommer unauffällig und in der Pflanzsaison teuer. Wir planen Projekte in dieser Branche deshalb um den Saisonkalender herum und testen Lastspitzen, bevor sie kommen. Wo wir den Betrieb übernehmen, läuft er auf eigenen Servern in Deutschland; für die Zeit, in der es zählt, gibt es die Support-Staffel BASIC bis PREMIUM mit 24, 8, 4 oder 2 Stunden Reaktionszeit, abgerechnet als Monatspauschale netto je Projekt. Ohne Vereinbarung bearbeiten wir in Eingangsreihenfolge innerhalb von 48 Stunden zu den Geschäftszeiten Mo bis Fr, 9:00 bis 16:00 Uhr.

Im B2B-Pflanzenhandel entscheidet das Zeitfenster

Gehandelt wird mit Baumschulen, GaLaBau-Betrieben, Kommunen und Wiederverkäufern. Wer dort einkauft, vergleicht nicht in erster Linie Preise, sondern Termine. Der Pflanztermin steht, die Baustelle ist disponiert, die Kolonne kommt am Dienstag. Ein Artikel, der in vier Wochen lieferbar ist, existiert für diese Baustelle nicht. Das verschiebt die Anforderungen an einen Shop: Nicht der Filter über den Preis ist die wichtige Funktion, sondern die verlässliche Aussage, was in welcher Sortierung jetzt verfügbar ist.

Daraus folgt auch, wie der Zugang gebaut ist. Der Shop liegt vollständig hinter einer geprüften Registrierung; erst nach Freigabe werden Sortiment und Preise sichtbar, Kundengruppen steuern die Konditionen. Registrierung, Freigabe und Preisfindung liegen im selben System — das ist der Grund, warum der geschlossene Zugang im Alltag beherrschbar bleibt und nicht in einer Nebenliste gepflegt werden muss.

Der dritte Punkt ist der, an dem sich Branchenkenntnis am deutlichsten zeigt: Eine Bestellung muss kommissionierfähig hereinkommen. Art, Sortierung, Qualität, Menge — vollständig, in der Systematik des Betriebs, nicht in der Formulierung des Einkäufers. Wo das gelingt, nimmt es die Klärungsschleifen zwischen Vertrieb und Betrieb aus dem Tagesgeschäft. Wo es nicht gelingt, telefoniert jemand jeden Vormittag Bestellungen nach, und der Shop hat nichts gespart, sondern nur den Kanal gewechselt.

2 Projekte in dieser Branche

2 Kunden. Was hier steht, trägt täglich Umsatz, Anfragen oder Prozesse.

Ein Auszug — nicht die vollständige Kundenliste.

Häufige Fragen

Welche Erfahrung hat Sharpness im Handel und in der Lebensmittelwirtschaft?

Zwei Projekte belegen die Branche, jeweils mit klar umrissenem Auftrag. Für die J. Bünting Beteiligungs AG aus Leer — zur Gruppe gehören unter anderem famila, Combi, das Teehandelshaus J. Bünting und myTime.de — haben wir den bestehenden TYPO3-Konzernauftritt im laufenden System auf das Barrierefreiheitsniveau nach WCAG 2.1 AA und EN 301 549 gehoben, ohne Relaunch. Für Diderk Heinje Pflanzenhandel verantworten wir Registrierung, Katalog und Schnittstellen eines geschlossenen B2B-Shops auf Shopware, mit über 5.000 Artikeln und Sortierungen und täglichem Abgleich von Beständen und Preisen. Beide Fälle finden Sie mit Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis in den Referenzen.

Haben Sie eine Mehrstandort-Struktur mit gemeinsamen Objekten schon einmal gebaut?

Ja, aber nicht in der Lebensmittelbranche — das trennen wir. Bei Bünting war unser Auftrag der barrierefreie Umbau, nicht das Datenmodell. Die Mehrstandort-Struktur haben wir für das Autohaus Brüggemann gebaut: ein TYPO3-Auftritt über sechs Standorte und acht Vertragsmarken, jeder Standort mit eigenen Ansprechpartnern, Öffnungszeiten und Serviceinhalten, während die redaktionellen Bausteine nur einmal existieren und über Konfiguration gesteuert werden. Die Rechtestruktur bildet ab, wer welchen Bereich bearbeiten darf. Die Aufgabenstellung im Filialhandel ist dieselbe, nur mit anderen Objekten.

Gilt das BFSG für unsere Handelswebsite?

Das hängt am einzelnen Angebot, nicht am Unternehmen. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr an Verbraucher — der B2C-Shop einer Handelsgruppe fällt darunter, die reine Konzern-Informationswebsite nicht zwingend, ein reiner B2B-Shop grundsätzlich nicht. Bei Dienstleistungen kommt eine Ausnahme für Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme hinzu. In größeren Gruppen liegen mehrere Fälle nebeneinander, und dann ist es eine Einzelfallbewertung, die zu einer Anwältin oder einem Anwalt gehört. Wir setzen die technischen Anforderungen um und sagen Ihnen vorher, was der Prüfmaßstab tatsächlich verlangt und was nicht.

Warum TYPO3 für einen Handelskonzern und nicht WordPress?

Wegen der Struktur, nicht wegen der Weltanschauung. Sobald mehrere Gesellschaften, Marken oder Standorte in einem Auftritt zusammenkommen, brauchen Sie strukturierte Objekte, granulare Rechte entlang der Organisation, Freigabeprozesse und gegebenenfalls mehrere Sprachen in einer Instanz. Genau dafür ist TYPO3 gebaut. Bleibt der Auftritt überschaubar und die Redaktion klein, ist WordPress die günstigere Wahl, und dann empfehlen wir es. Die Systemempfehlung kommt bei uns vor dem Angebot und mit Begründung.

Wie halten wir Öffnungszeiten über viele Standorte aktuell?

Indem sie nicht als Text, sondern als Daten liegen: Regelöffnungszeiten am Standort, dazu datierte Ausnahmen für Feiertage, Inventur oder Sonderöffnungen. Das ist keine Kosmetik: Der 24. Dezember ist je Bundesland unterschiedlich begrenzt, und der Reformationstag ist in Niedersachsen und Bremen Feiertag, in Nordrhein-Westfalen nicht — eine Gruppe über Ländergrenzen hinweg braucht dafür Datumsausnahmen, keine Textzeile. Die Pflege gehört dorthin, wo die Information entsteht: in die Hand der Filiale, mit passend zugeschnittener Eingabemaske und eigenen Rechten. Ausgespielt wird aus derselben Quelle an allen Stellen — Standortseite, Filialfinder, strukturierte Auszeichnung für Suchmaschinen. Freitextfelder für Öffnungszeiten sind der häufigste Grund, warum Handelsseiten im dritten Jahr falsche Angaben zeigen.

Was ist beim Onlinehandel mit Lebensmitteln anders als in anderen Shops?

Vor allem die Informationspflichten am Artikel. Artikel 14 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung, der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, verlangt für vorverpackte Lebensmittel im Fernabsatz, dass die verpflichtenden Angaben vor Abschluss des Kaufvertrags verfügbar sind: unter anderem Bezeichnung, Zutatenverzeichnis, Allergene, Nährwertdeklaration, Nettofüllmenge und verantwortliches Unternehmen. Ausgenommen ist allein das Mindesthaltbarkeits- beziehungsweise Verbrauchsdatum, das erst bei der Lieferung vorliegen muss. Werden die Angaben über andere geeignete Mittel bereitgestellt, dürfen dafür keine Zusatzkosten entstehen. Dazu kommt der Grundpreis nach der Preisangabenverordnung, je Mengeneinheit — bei kleinen Nennfüllmengen unter 250 Gramm oder Millilitern ist die Angabe je 100 Gramm oder Milliliter zulässig. Technisch heißt das: Pflichtfelder, die aus der Datenquelle kommen und auf dem Weg in den Shop nicht verloren gehen. Für unverpackte Ware gelten andere Regeln; das ist im Einzelfall zu klären.

Können Preise im Shop erst nach einer Freigabe sichtbar werden?

Ja, und im B2B-Handel ist das der Normalfall. Bei Diderk Heinje liegt der komplette Shop hinter einer Registrierung: Neukunden füllen ein Formular aus, die Freigabe erfolgt geprüft, und erst danach werden Sortiment und Preise überhaupt angezeigt. Kundengruppen in Shopware steuern anschließend, welche Konditionen ein freigeschaltetes Konto sieht. Wichtig ist, dass Registrierung, Freigabe und Preisfindung im selben System liegen — sonst entsteht eine Nebenliste, die niemand pflegt.

Wie gehen Sie mit Saisonspitzen um?

Wir planen um sie herum. Im Pflanzenhandel liegen die Zeitfenster im Herbst und im Frühjahr, ruhig ist es dazwischen — also gehören Updates, Sortimentsumbauten und Lasttests in die ruhigen Monate, und während eines Zeitfensters gilt ein Änderungsstopp für alles, was nicht dringend ist. Das ist unspektakulär und wirkt besser als Optimierung unter Last. Was an Infrastruktur nötig ist, legen wir vor der Saison fest; wo wir den Betrieb übernehmen, läuft er auf eigenen Servern in Deutschland. Verfügbarkeitsprozente versprechen wir dabei nicht.

Woher kommen Bestände und Preise im Shop?

Aus dem führenden System, über Schnittstellen, als geplante Jobs. Bei Heinje laufen Bestände, Preise und Sortimentsänderungen täglich in den Shop, Bestellungen strukturiert zurück. Der Grund für die Frequenz ist branchenspezifisch: In einer Saison verschiebt sich der Bestand so stark, dass ein wöchentlicher Abgleich falsche Verfügbarkeiten produziert — und eine falsche Verfügbarkeit kostet im B2B mehr als ein fehlender Rabatt. Wie wir solche Anbindungen bauen, steht auf der Seite zur Schnittstellen- und API-Entwicklung.

Unsere Lieferantendaten sind unvollständig. Ist das ein Blocker?

Nein, aber es entscheidet über die Reihenfolge. Wir bauen den Import so, dass Pflichtfelder erzwungen werden und fehlende Angaben in einem Bericht landen, statt still mit Platzhaltern gefüllt zu werden. Damit ist der Zustand des Sortiments jederzeit ablesbar: welcher Artikel, welches Feld, welcher Lieferant. Dann lässt sich entscheiden, was vor dem Start nachgefordert wird und was zunächst offline bleibt. Der teure Fall ist der umgekehrte — ein Shop, der vollständig aussieht und es nicht ist.

Wir haben mehrere Marken mit eigenen Websites. Eine Instanz oder mehrere?

Das entscheidet sich an der Redaktion, nicht an der Technik. Teilen die Marken Inhalte — Pressemitteilungen, Stellenanzeigen, Ansprechpartner, Standorte —, spricht viel für eine TYPO3-Instanz mit mehreren Sites: gemeinsame Objekte, getrennte Auftritte, Rechte je Marke. Sind die Marken redaktionell und gestalterisch völlig unabhängig und teilen nichts, ist die Trennung sauberer und der Betrieb einfacher. Wir sehen uns dafür an, welche Inhalte tatsächlich mehrfach gebraucht werden, und nicht, wie das Organigramm aussieht.

Was kostet ein Projekt in dieser Größenordnung?

Das hängt am Umfang, und Pauschalen wären hier geraten. Ein Barrierefreiheits-Umbau im bestehenden Template ist ein anderes Projekt als ein Konzernauftritt mit neuem Datenmodell oder ein B2B-Shop mit Anbindung an das führende System. Wir starten mit einer Bestandsaufnahme beziehungsweise einem Anforderungsworkshop; danach bekommen Sie ein Angebot mit klar abgegrenzten Positionen. Und wenn sich ein Vorhaben in dieser Form nicht rechnet, sagen wir das vorher.

Übernehmen Sie bestehende TYPO3- oder Shopware-Installationen aus anderer Hand?

Ja. Wir beginnen mit einem Code- und Systemaudit: Extension- beziehungsweise Plugin-Bestand, Eigenentwicklungen, Versionsstand, Schnittstellen, Datenqualität im Sortiment. Danach wissen Sie, in welchem Zustand das System ist und was zuerst ansteht. Ein Relaunch ist dafür keine Voraussetzung — bei Bünting lief der komplette Barrierefreiheits-Umbau im laufenden System, und in vielen Handelsprojekten ist die Instandsetzung dessen, was schon läuft, der bessere erste Schritt.

Wie schnell reagieren Sie, wenn im Shop während der Saison etwas ausfällt?

Mit Servicevereinbarung nach der gebuchten Stufe: BASIC 24 Stunden, STANDARD 8 Stunden, ADVANCED 4 Stunden, PREMIUM 2 Stunden Reaktionszeit, abgerechnet als Monatspauschale netto je Projekt. Ohne Vereinbarung bearbeiten wir Anfragen in Eingangsreihenfolge innerhalb von 48 Stunden zu den Geschäftszeiten Mo bis Fr, 9:00 bis 16:00 Uhr. Welche Stufe sinnvoll ist, hängt im Handel weniger am Jahresumsatz als am Kalender: Ein Shop, der einen großen Teil des Jahres ruhig läuft und in zwei Zeitfenstern das Geschäft macht, braucht die kurze Reaktionszeit genau dann.

Reden wir über Ihre Struktur, nicht über Ihr Layout

Erzählen Sie uns, wie viele Gesellschaften, Marken und Standorte zusammenkommen und woher Sortiment und Preise heute stammen. Wir sagen Ihnen, ob Ihr System das noch tragen kann — Mo bis Fr, 9:00 bis 16:00 Uhr.

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